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  • Schöner träumen

    Neulich las ich einen interessanten Artikel über so genannte Klarträume. Das sind Träume, in denen das erlebte während des nächtlichen Hirnfegens nicht als gegeben oder real hingenommen wird, so absurd es im Nachhinein auch erscheint, vielmehr ist dem Träumenden sein Träumen bewusst, ja schöner noch: angeblich kann er sogar aktiv in das Geschehen eingreifen, die Handlung ganz nach seinen Wünschen beeinflussen. Ist das nicht phantastisch? Stellen Sie sich folgende Situationen vor:

    Sie sitzen in einer nicht endenden, total langweiligen Besprechung, man diskutiert über die Präsentation an der Wand, ein wahres Monster in Power Point. Jetzt kommen Sie: ein Gedanke, schon läuft „Die nackte Kanone“, wo eben noch Diagramme und Zahlenkolonnen langweilten, oder ein Porno vielleicht, nur Ihr Geschmack entscheidet.

    Sie gehen guter Dinge die Straße entlang, da sehen Sie von weitem Ihren Kollegen Hannes entgegenkommen, der Sie gleich gnadenlos zulabern wird über sein dämliches Projekt, außerdem hat er üblen Mundgeruch und pikst ständig mit dem Zeigefinger gegen Ihre Brust, wenn er mit Ihnen spricht. Er hat Sie längst gesehen und winkt schon, Sie können ihm nicht ausweichen, zwischen Ihnen und ihm kein Busch und kein Hauseingang am Straßenrand, nur zwei hohe Mauern. Nun Ihr Einsatz: Sie heben die linke Augenbraue, es öffnet sich eine Klappe, ein Löwe springt heraus, stürzt sich auf Hannes und verspeist ihn mit Haut, Haaren, Piksefinger und Mundgeruch, derweil eine unsichtbare Zirkuskapelle „Salto Mortale“ spielt.

    Sie stehen in einem Fußballtor, haben nicht den blassesten Schimmer, wie es dazu kommen konnte, aber das spielt jetzt keine Rolle: Ihre Mannschaft liegt am Boden, einige weinen bereits, der gegnerische Stürmer rast auf Sie zu, Sie können bereits des Wutes Glanz in seinen Augen sehen, Dampfwölkchen blasen aus seinen Nüstern, während drumherum zigtausende johlen, Fangesänge und Trompeten dröhnen, Kameras auf Sie gerichtet. Er holt aus zum finalen Schuss - Sie sagen das Zauberwort, vielleicht „Meisenknödelpresse“ oder „Qwertzu“, zu lang sollte es in diesem Fall nicht sein, dann werfen Sie sich instinktiv zur Seite, um von dem nahenden Geschoss nicht zerfetzt zu werden. Einen knappen Meter vor der Torlinie verwandelt sich der Ball in einen grün-pinken Pinguin, der mit seinen Stummelflügelchen flattert und über das Tor hinweg fliegt, hinaus aus dem Stadion, bis er als kleiner Punkt am Himmel hinter dem Stadionrand verschwindet.

    Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, jedenfalls bis zum Wecker: man kann nackt und ohne Raumschiff zum Saturn fliegen, sich eine Güterzug-Ellok kaufen und in den Vorgarten stellen oder damit zur Arbeit fahren, oder Sex haben mit wem man will, sogar mit Josef Ratzinger oder Angela Merkel, oder beiden gleichzeitig, je nach Neigung und Vorlieben.

    Aber wie macht man das, klarträumen? Man muss es trainieren. Jeder hat wohl diese mitunter seltsamen Traumszenen, die sich regelmäßig wiederholen: Die einen fliegen freihändig über Stadt, Land und Fluss, andere stehen nackt in einem vollen Aufzug, wieder andere werden von blutrünstigen Bestien verfolgt, was wohl die Klassiker sind; jeder hat da seine eigenen nächtlichen Erlebnisse. Wenn Sie sich also in einer solchen Situation befinden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, zu träumen. Die Kunst liegt nun darin, dies zu erkennen, ohne aufzuwachen. Dann kann es losgehen: Wie ein Zauberer können Sie nach Herzenslust die Dinge um sich herum beherrschen und verändern.

    Also: Wenn Sie das nächste Mal in der Hamburger Elbphilharmonie einem Konzert lauschen, scheuen Sie sich nicht, eine spontane Programmänderung herbeizuführen, Madonna statt Mozart etwa.

    Wenn Sie das nächste Mal ohne Hose durch die Fußgängerzone laufen, zwingen Sie Ihre Mitmenschen, sich ebenfalls ihrer Kleidung zu entledigen. Sollte sich der gewünschte Effekt nicht in einer angemessenen Zeit einstellen, wachen Sie besser auf. Gelingt auch das nicht, zwicken Sie sich kräftig in den Unterarm. Sollten Sie einen deutlichen Schmerz spüren, ziehen Sie sich dezent ins nächste Bekleidungsgeschäft zurück und lassen Sie künftig beim Ankleiden größere Sorgfalt walten.

  • Kirschblüte in der Bonner Altstadt

    Japan ist nicht nur Namensgeber der gleichnamigen Blüten- oder Zierkirsche, sondern gilt auch als sehr dicht besiedeltes Land. Das dürfte in diesen Tagen anders sein, vermutlich bekommt man zurzeit in der Tokioter U-Bahn mühelos einen Sitzplatz, auch im Berufsverkehr, denn anscheinend ist die Hälfte der Bevölkerung nach Bonn gereist, um die alljährliche Kirschblüte in der Altstadt (die eigentlich gar nicht die Altstadt ist, sondern die Innere Nordstadt, aber wir wollen nicht kleinlich sein) zu besichtigen und fotografieren.

    Hierfür habe ich volles Verständnis, sehen Sie selbst:

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  • Milon und Merle wollen schlafen - oder: Wasch mir den Pelz...

    Milon und Merle wollen ausschlafen - was klingt wie eine lustige Geschichte der Augsburger Puppenkiste, ist die Bildunterschrift eines Artikels im Bonner General-Anzeiger von heute: zwei Kinder im geschätzten Alter zwischen fünf und sieben halten mit noch ungeübter Kinderhand gemalte Schilder hoch, auf denen sie Ruhe einfordern. Ihre Eltern hatten sie gestern pressewirksam mitgenommen zu einer Demonstration gegen Bahnlärm im Mittelrheintal, zu der das "Netzwerk Bahnlärm" aufgerufen hatte.

    Auch der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimpsch hielt laut General-Anzeiger eine "flammende Rede", in der er ein paar bemerkenswerte Thesen aufstellt. So fordert er eine Umgehungsstrecke für das Rheintal, um den Güterverkehr umzuleiten. Ja, Herr Nimpsch, das löst die Probleme. Jedenfalls in Bonn. Dafür gehen dann demnächst die Menschen etwa in Simmern oder Asbach auf die Straße, erstens weil sie ihre Grundstücke für eine neue Bahntrasse hergeben sollen, und zweitens zu recht, denn sie waren in diesem Fall eher da als die Bahn. Moment, mag der Eisenbahnkundige rufen, in Simmern und Asbach gab es auch Eisenbahnen! Gewiss, aber es ist ein Unterschied, ob man an einer beschaulichen Neben- oder Kleinbahn wohnt, die seit Jahren ohne regelmäßigen Verkehr (Simmern) oder seit fünfzig Jahren stillgelegt ist (Asbach), oder an einer Hochleistungsstrecke mit Güterzügen im Minutentakt. Aber schrieb ich "demnächst"? Das ist natürlich Unfug - aufgrund unserer Erfahrungen mit aktuellen Großprojekten, seien es Flughäfen, Bahnhöfe oder Konzertsäle, wissen wir, dass eine solche Umleitungsbahn erst zu einem Zeitpunkt fertig wäre, wenn sich die meisten der Bahngeplagten längst unter des Käfers Keller und Herr Nimpsch nicht mehr im Amt befinden.

    Oder die S-Bahn-Linie 13 müsse endlich ausgebaut werden, mit ihr kämen die heilbringenden Lärmschutzwände. Das ist es: Man baut eine weitgehend sinnfreie S-Bahn bis ins beschauliche rechtsrheinische Bonn-Oberkassel, die die linksrheinische Stadt Bonn und ihren Hauptbahnhof links beziehungsweise rechts, je nach Fahrtrichtung, liegen lässt, weil dummerweise der Rhein dazwischen fließt. Immerhin, ein paar lärmgeplagte Bürger der rechtsrheinischen Stadtteile könnten künftig die Aussicht auf Lärmschutzwände genießen. Leider verstehe ich die Logik hier nicht: Warum können die Lärmschutzwände dort nicht jetzt sofort gebaut werden, wozu erst auf eine S-Bahn nach nirgendwo (bitte verzeiht, liebe Oberkasseler) warten? Die lauten Güterzüge donnern heute schon durch Beuel, viel lauter wird es mit einer S-Bahn auch nicht mehr.

    Die beste These des Herrn Oberbürgermeister: Verlagerung von Güterverkehr auf den Rhein, der noch fünftzig Prozent mehr Schiffe vertragen kann. Ein sinnvoller Beitrag zur Entschleunigung unserer heute viel zu hektischen Welt. Hersteller von Frischwaren und Autozulieferer werden dafür sicher Verständnis aufbringen. Und auch die Bewohner der Luxuswohnungen in den Kölner Kranhäusern und Bonner Rheinlogen haben sicher nichts dagegen, wenn sie künftig nachts von fünfzig Prozent mehr Schiffen in den Schlaf getuckert werden.

    Oder der Vorschlag des Südstadtbewohners Georg K.: Die Stadt Bonn möge doch in den bewohnten Gebieten ein Tempolimit verhängen. Grandios! Man stellt also ein Tempo-50-Schild neben die Gleise, am besten gleich noch einen Blitzer dazu, damit auch der Stadtkämmerer etwas davon hat.

    Liebe Lärmgeplagte, ich verstehe durchaus euren Schmerz, das Haus meiner Großeltern stand direkt an einer - zugegebenermaßen nicht mehr stark befahrenen - Bahnstrecke, und auch ich selbst habe einige Jahre direkt neben dem Bonner Hauptbahnhof gewohnt. Ja, mit offenen Fenstern zu schlafen gelingt wohl nur Schwerhörigen, und Güterzüge lassen die Gläser in den Schränken klirren, ich kenne das. Und doch: Man gewöhnt sich daran, irgendwann fehlen einem die Züge gar, etwa im Urlaub fernab jeder Bahnlinie oder, was ich persönlich viel schlimmer fände, Autobahn.

    Was also erwartet ihr? Fakt ist: Die rheinischen Bahnstrecken wurden bis 1859 (linksrheinisch) und 1871 (rechtsrheinisch) in Betrieb genommen, und zwar von Anfang an als wichtige Hauptbahnen mit viel Personen- und Güterverkehr, vermutlich, da der Straßenverkehr früher eine eher untergeordnete Rolle spielte, mindestens genau so viel wie heute, und zwar nicht mit modernen, geräuscharmen Elloks, sondern donnernde Dampfloks erfüllten den Tag und die Nacht mir Schall und Rauch. Daher nehme ich an, die Bahn war schon da, als ihr eure Häuser und Wohnungen bezogen habt. Worüber also empört ihr euch? Über eure eigene Dummheit, an eine viel befahrene Bahnstrecke zu ziehen? Was sollen Milon und Merle (und Elias, Lea, Luca, Emma...) als nächstes auf ihre Schilder malen: Wir wollen mehr Sonne?

  • Über Selbstgespräche

    "Man kann nicht nicht kommunizieren" - so das erste Axiom des bekannten Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick. Besonders deutlich wird dies am Rheinländer: Er redet, wo er geht und steht, wobei die Theorie, dass Kommunikation stets von einem Sender an einen Empfänger gerichtet ist, bei ihm eine eher untergeordnete Rolle spielt; er schwaad* vor sich hin, egal ob gerade jemand zuhört oder es gar jemanden interessiert, die reine Geräuschentwicklung steht im Vordergrund, Stille macht ihm Angst.

    Das Gegenteil vom Rheinländer ist der Ostwestfale. Er redet ungern und nur das nötigste, wodurch ihm - völlig zu unrecht - der Ruf der Sturheit und Unnahbarkeit anhaftet. Ich bin Ostwestfale, daher schon von Natur aus kein Freund des gesprochenen Wortes, erst recht nicht morgens vor neun. Meine Kollegen wissen das, selbst die Rheinländer unter Ihnen bringe ich mit meiner frühen Einsilbigkeit zum Schweigen.

    Ganz anders jedoch, wenn ich mich alleine wähne, dann sprudeln sie aus mir hinaus, die Worte, gar ganze Sätze, die so lange in meinem Westfalenhirn gefangen waren, gleichsam als habe eine unsichtbare Hand die Tore der Schweigeschleuse geöffnet. Das kann überall sein: unter der Dusche, im Bett, im Büro, auf dem Klo, auf der Straße oder im Auto. Auch die inhaltliche Bandbreite der freigesetzten Verbalemissionen ist mannigfach: vom Liedtext, den das Ohr morgens im Radio aufgeschnappt hat - gerne auch sehr frei und sehr falsch vom englischen ins deutsche übersetzt, zum Beispiel "schau nicht zurück in Enger, hörte ich sie sagen...", über Beschimpfungen des soeben am Telefon verabschiedeten Gesprächspartners, Kommentierung der gerade ausgeübten Tätigkeit (besondere Vorsicht auf dem Klo), ständige Wiederholung der soeben ergangenen Ermahnung des Chefs, seinen Tonfall und seine Stimme persiflierend, eine sinnlose Werbebotschaft, bis hin zu einer jäh und grundlos erinnerten Gedichtzeile; erlebtes, geträumtes, aus dem Zusammenhang gerissenes, ausgedachtes, absurdes, vergangenes, künftiges, kritisches, mitunter peinliches.

    Man kann nicht nicht kommunizieren? Ich kann es, mangels Empfänger sogar sehr wortreich. Herr Watzlawick hätte seine Freude an mir und müsste seine Axiome überdenken.

    Übrigens: In letzter Zeit passiert es mir immer häufiger, dass jemand von nebenan fragt: "Was hast du gesagt?" und ich die Situation durch ein hingemurmeltes "Ach nichts, ich habe nur laut gedacht" zu retten versuche, während ich nach einer halbwegs plausiblen Erklärung suche, warum ich gerade "Fischers Fitz fickt frische Frösche" laut denke. Entweder altersbedingte Unaufmerksamkeit oder eine schleichende Verrheinländerung. Aber vielleicht hatte Watzlawick ja doch recht.

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    * schwaade: kölsches Verb für schwätzen

  • Bubengold

    Es folgt ein kurzer Werbeblock:

    Die Kölner SPITZbuben, der Chor, der mich freundlicherweise immer noch mitsingen lässt, geben am 29. Juni ihr nächstes Konzert, Motto: Werbung, Geld und Werte. Wenn Sie dann zufällig in der Nähe sein sollten und nichts besseres zu tun haben, kommen Sie doch einfach, es ist nicht viel teurer als ein Kinobesuch, aber ungleich schöner, versprochen. Wir würden uns freuen!

    Weitere Einzelheiten hier:

    „Mandelfein, köstlich, leicht, einzigartig!“
    Nichts ist unmöglich, wenn‘s darum geht, unsere Hirnwindungen mit ohrwurmigen Slogans und Werbemelodien zu belegen. Waren Profis am Werk, dann können wir noch Jahrzehnte später die Kernbotschaften zu Vollwaschmitteln, Bausparverträgen, Röstkaffee und der wahrscheinlich längsten Praline der Welt herunterbeten.

    Hier ein kleiner Selbsttest:
    „Denn wer sich Allianz versichert, der ist …“ (1975)
    „Merci, dass es …" (1992)
    „Ich will so bleiben wie ich bin, ...“ (1992)
    „Sie baden gerade Ihre Hände drin! In …“ (1981)
    „Haribo macht …“ (1962)
    „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das …“ (1992)
    „Schönes Haar ist Dir gegeben, lass´ es ...“ (1987)

    In ihrem neuen Programm BUBENGOLD mit dem Verwöhnaroma gehen die Kölner SPITZbuben musikalisch der Frage nach, ob die Werbung im Leben hält, was sie so vollmundig verspricht. Da liegt der Schluss nahe, dass die wahren Werte fernab von Kuschelweich, Jod S 11-Körnchen und der Dr. Best-Forschung liegen: „Money makes the world go around“ und “Wenn ich einmal reich wär´” stehen im Gegensatz zu „Can’t buy me love“ und ”Thank you for being a friend”. Das alles und noch viel mehr präsentieren die 16 Sänger unter der Leitung von Susanne Bellinghausen vakuumverpackt am 29. Juni 2013. Einfach wunderbar!

    Bubengold

    Wann:
    Samstag, 29. Juni 2013, 20:00 Uhr

    Wo:
    Bürgerzentrum Nippes „Altenberger Hof“
    Mauenheimer Straße 92, 50733 Köln
    Ticketbestellung:
    telefonisch unter 0221 / 16 930-436
    per Email an vorverkauf@koelner-spitzbuben.de
    Kartenpreis: 15 € + ggf. 0,70 € Versand

    www.koelner-spitzbuben.de
    www.facebook.com/pages/K%C3%B6lner-SPITZbuben/482561741756384?fref=ts

  • Currywurst statt Klimawandel

    Einmal im Jahr ist uns ausgelassene Vergnügtheit kirchlich-gesetzlich untersagt, diesen Tag nennen wir Karfreitag, wobei die Historiker uneins sind, woher die Bezeichnung kommt: Von Kar-nickel, als zoologisch nicht ganz korrekte Ankündigung des nahenden Osterhasen; oder von Kar-re, vor welche sich die deutsche Gesetzgebung hier im Sinne der katholischen Kirche spannen lässt. Als wahrscheinlich gilt jedoch die Herleitung aus dem Wörtchen ,karg‘, sind wir doch angehalten, an diesem Tag auf Fleisch zu verzichten und stattdessen mit Kar-toffelsalat, Kar-otten und bestenfalls Kar-pfen vorlieb zu nehmen. Immerhin: Der Gesetzgeber sieht bislang von entsprechenden Regelungen ab, womöglich fürchtet er Kar-lsruhe.

    Genug der Kar-lauer.

    Seit ein paar Wochen feiert auch unsere Kantine den Fleischverzicht, indem der vegetarische Donnerstag ausgerufen wurde, oder Kardonnerstag, wenn man so will, siehe oben. Ratlos stehe ich seitdem donnerstags vor dem Speiseplan und kann mich nicht entscheiden zwischen Kirschtomaten-Karottensuppe mit frischem Ingwer (ich hasse Ingwer), Chili sin Carne, gebackenem Vollkornbratling an Gemüse-Pilzragout, marinierten Tofuscheiben in Currysauce und Veggieburger mit BBQ-Sauce. Bemerkenswert die Begründung für den Grün-Donnerstag: Nicht etwa die Gesunderhaltung der Mitarbeiter durch eine vernünftigere Ernährung steht im Vordergrund, sondern die Idee, hierdurch einen Beitrag zur globalen CO2-Reduzierung zu leisten.

    Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Abgesehen davon, dass die Zutaten vermutlich um die halbe Welt gekarrt werden, ehe sie auf des hungrigen Kantinengängers Teller landen - wie soll das gehen? Jeder, der in Biologie aufgepasst hat, weiß, dass es die Pflanzen sind, die unter Einsatz von Licht und Chlorophyll das böse CO2 zu Sauerstoff verwandeln. Wie aber soll der Ruccola das tun, wenn wir ihn donnerstags verspeisen, während die Kühe und Schweine unbehelligt von des Fleischers Messer weiter vor sich hin atmen, rülpsen und pupsen dürfen?

    Alldieweilen ich lustlos im Risotto mit soutinierten Waldpilzen herumstochere, träume ich von einer schönen Currywurst an Pommes, so eine richtige aus zerriebenem Schwein, nicht aus Tofu und ähnlichen Ersatzstoffen. Die gab es früher auch in unserer Kantine, mindestens einmal die Woche. Während sich die für indischen Nudeltopf mit Hühnerfleisch und vegetarisch gefüllten Paprikaschoten auf Vollkornreis zuständigen Damen hinter ihren Schaltern langweilten, stand die Schlange der Currywurstliebhaber bis auf die Straße, derweil Ruccola und Spinat auf ihrem Feld glücklich und fleißig CO2 umwandelten.

    Ich plädiere für die sofortige Einführung eines festen Currywurst-Tages, nennen wir ihn Curmittwoch (sprich: Kör-Mittwoch)!

    Am Karfreitag gab es bei uns zu Hause übrigens Spanferkelrollbraten mit Speckauflage. Ich bin mir sicher, Gott hatte nichts dagegen.

  • Schweine-Reime

    Über Twitter wurde ich auf eine wunderbare Aktion aufmerksam: In ihrem Blog is a blog ruft Isabel Bogdan dazu auf, Limericks mit dem Thema "Schweinkram" zu dichten. Gut, bislang schrieb ich keine Limericks, aber mit Schweinkram kenne ich mich, bei aller Bescheidenheit, einigermaßen aus. Daher fiel es mir nicht sonderlich schwer, ein paar Verslein zu verfassen. Bitte sehr:

    ***

    Es wollte ein Jungmann aus Lingen
    es endlich mal hinter sich bringen.
    Doch stand zur Vergnügung
    keine zur Verfügung.
    So musste sein Vetter einspringen.

    + + +

    Es konnte ein Knabe aus Schleiden
    sich zwischen zwei Jungs nicht entscheiden.
    Nach beiden verrückt:
    sie war'n gut bestückt.
    So trieb er es mit allen beiden.

    + + +

    Ich kann auch was heterosexuelles:

    Frühmorgens erwachte der Gatte
    mit einer beachtlichen Latte.
    Die Gattin, sie schlief
    noch immer ganz tief.
    Wie gut, dass zwei Hände er hatte.

    ***

    Quelle: http://isabelbogdan.de/2013/02/20/auf-besonderen-wunsch-eines-einzelnen-herrn/#comment-26493

     

     

  • Affen ins All

    Wie der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad verlauten ließ, möchte er gerne - nachdem der Iran bereits erfolgreich einen Affen ins All befördert hat - der erste Iraner im Weltall sein. Das geht nun leider nicht mehr, weil bereits der Affe oben ist, es sei denn, dieser hatte nicht die iranische Staatsbürgerschaft. Vielleicht war es aber auch kein tierischer Primat, sondern ein iranischer Staatsbürger, den man aufgrund seiner dichten Behaarung für einen solchen gehalten hatte; dann wäre die Chance des Präsidenten allerdings dahin.

    Doch egal, ob Affe oder Astronaut: "Ich bin bereit, für den wissenschaftlichen Fortschritt des Landes sogar mein Leben zu opfern und der erste iranische Astronaut im All zu werden", so Ahmadinedschad.

    Liebe westliche Politiker, das ist eure Chance! Sammelt ein bisschen Geld ein und erfüllt ihm seinen Wunsch! Schickt ihn zum Mond, zum Mars, zum Jupiter oder gar in eine ferne Galaxie! Schneller, einfacher und endgültiger werdet ihr den nie los!

  • Abgeschrieben: Warten Sie doch kurz!

    "Pünktlich wie die Eisenbahn" - was früher ein Qualitätsmerkmal war, lässt heute, im Zeitalter der Deutschen Bahn AG und der von ihr erfundenen Floskel "wegen Verzögerungen im Betriebsablauf", den derart bezeichneten in einem eher ungünstigen Licht erscheinen. "Verzögerungen im Betriebsablauf" - meines Erachtens hat die Bahn hierfür einen Sprachpreis verdient, klingt es doch wie eine plausible Erklärung für verspätete Züge, sagt inhaltlich jedoch in etwa so viel aus wie "Der Zug kommt später, weil er unpünktlich ist" oder ganz einfach "darum".

    Möglicherweise bin ich diesbezüglich ein wenig zu deutsch, böse Zungen nennen es vielleicht spießig, aber Unpünktlichkeit gehört seit jeher zu den Untugenden, welche zu verzeihen ich am wenigsten geneigt bin, nicht nur in Bezug auf öffentliche Verkehrsmittel, sondern insbesondere auf Menschen, die mit mir verabredet sind. Ebenso wenig verzeihe ich mir selbst Unpünktlichkeit, selbst wenn besagte Verkehrsmittel die Ursache sind - Pünktlichkeit ist für mich auch Ausdruck von Wertschätzung, aktiv wie passiv.

    So liegt es nahe, diesem Thema ein paar Zeilen zu widmen. Doch muss ich das gar nicht, denn alles, was dazu zu schreiben wäre, steht bereits im von mir sehr geschätzten Blog Mind-Penetrator. Ich freue ich mich, den Text hier wiedergeben zu dürfen. Viel Vergnügen!

    ***

    Seit Anbeginn der Uhrzeit teilt sich die Menschheit in zwei Gruppen: die notorischen Zuspätkommer und die Pünktlichen.

    Ich selber gehöre zur zweiten Gattung und schätze Pünktlichkeit sehr. Woraus wiederum resultiert, dass sich - sofern ich mich mit einem Zuspätkommer verabrede - grundsätzlich meine Wartezeit auf das Maximum verlängert. Und während man wartet - im Regen, bei brütender Hitze oder mit wippendem Fuß und angespannter Nervosität - durchläuft man bekanntlich mehrere Phasen seines Gemütszustandes:

    Nach ca. 5 Minuten tritt eine gewisse Unsicherheit auf, die Zeit oder Ort in Frage stellen. Waren wir wirklich HIER verabredet? War es tatsächlich 20 Uhr?
    Nach weiteren 5 Minuten kommt eine leichte Besorgnis hinzu: Es wird doch wohl nichts passiert sein?
    Nach insgesamt 15 Minuten und - im Winter - eingefrorenen Gliedmaßen steigert sich dann langsam die Wut. Im schlimmsten Fall hat der Zuspätkommer sein Handy wieder einmal ausgeschaltet und ich stehe wie bestellt und nicht abgeholt in der Gegend rum. Umspielt - und nicht förderlich für den Blutdruck - wird das Ganze von Menschenmassen, die mich mit bemitleidendem Blick anschauen: "Och, schau mal, ganz allein hier!"

    Und es wird leer, und es wird ruhig. Ich warte. Ich danke den Smartphone-Erfindern, dank derer man wenigstens halbwegs beschäftigt aussehen kann, wenn man mit prüfendem Blick und wischendem Finger auf seinem Handy herumdaddelt. Währenddessen ärgere ich mich und tippe irgendein unnützes Zeug in mein Smartphone, in der Hoffnung, meine Wut so etwas zu drosseln.

    Nach sensationellen vierzig Minuten erscheint ein grinsendes Gesicht in meinem Blickfeld. "Auf der Autobahn war Stau und ich habe keinen Parkplatz gefunden und eigentlich bin ich auch erst vor 5 Minuten losgefahren, es war alles so stressig heute."
    Ich lächele, es ist nichts besorgniserregendes passiert und irgendwie muss ich mit dem irren Grinsen meine Wut unterdrücken, dass der Film bereits vor 15 Minuten begonnen hat und die Ausreden auch schon einmal besser waren.

    Findigerweise merke ich mir vor, die Uhrzeit des nächsten Treffens mindestens eine halbe Stunde vorzuverlegen.

    Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht mit einer Verspätung von sensationellen 3 Stunden gerechnet und so stehe ich abholbereit um Punkt 11 Uhr an dem verabredeten Ort, während besagte Person nicht einmal aus den Federn gestiegen ist, wie sich im Nachhinein herausstellte. Wieder konnte ich analysieren, wie viele Gefühlsphasen man bei derart immensen Verspätungen durchlaufen kann. Es endet übrigens innerhalb der letzten Stunde in tiefster Wut und missglücktem Telefonterror - und einem Konzert, was - nach Erzählungen - der absolute Wahnsinn gewesen sein muss.

    Gipfeln kann so etwas eigentlich nur, wenn man zu seiner eigenen Hochzeit und der voranstehenden kirchlichen Trauung eine halbe Stunde zu spät kommt. Und so haben wir alle gewartet und durchliefen wieder einmal sämtliche Phasen der Ungeduld und Wut.

    Vermutlich würde es ein Zuspätkommer auch nicht pünktlich zu seiner eigenen Beerdigung schaffen - er hatte einen wichtigen Anruf und musste noch einiges klären...

    Ein kollektives Zuspätkommen findet man übrigens zu einer Party. Die possierlichen Partygäste möchten nie die Ersten sein, schließlich sieht es nachher so aus, als hätte man nichts zu tun und würde den ganzen Tag auf die Party warten.
    Also sitze ich um Punkt 20 Uhr mit Partyhütchen und Tröte auf der Couch - wartend .. und allein. Um 20:30 Uhr ist die dritte Flasche Bier leer, ich bin angetrunken, lutsche an dem 10. Käsehäppchen und habe eine gewisse Bettschwere.
    20:45 Uhr: es klingelt. Ich schwanke zur Tür und empfange die Gäste. "Sind wir die ersten?" Als ich die Frage bejahe, sieht man in den Augen der frisch eingetroffenen Freunde ein kleines Stückchen Hoffnung zerbrechen. Um 00:00 Uhr trifft dann auch der letzte Gast ein, der Luft holt für seine Ausrede. "Lass es einfach... du bist da, das ist gut. Bier und Käsehäppchen sind aus."

    Der moderne Mensch neigt ja zu einer gewissen Terminüberladung. Da schafft man nach Feierabend um 16:00 Uhr noch einen Arzttermin, Sport und das Treffen um 18:00 Uhr. Nur hat man a) den Stau nicht einberechnet, der überraschend - wie jeden Donnerstag - auftritt, und b) nicht daran denken können, dass sich beim Arzt eine Wartezeit von 45 Minuten ergibt oder c) die Bahn AUSNAHMSWEISE Verspätung hat.
    Und so sitzt man wutentbrannt im öffentlichen Verkehrsmittel oder im Auto - je nach Belieben und Planung - mit geröteten Augen und ein wenig Schaum vor dem Mund.. und wartet. Und flucht leise in sich hinein, tippt wütend auf dem Handy herum.

    Und dann denkt man auf einmal daran, mit WEM man sich trifft. Und man begreift, dass die Verspätung dieses Mal den anderen trifft. Die eigene Wartezeit um ein vielfaches verkürzt wird. Süffisantes Lächeln und Erleichterung machen sich breit. Wird er gleich gucken, der Zuspätkommer, wenn ich dieses Mal später komme....

    Es ist Sonntag, 20 Uhr. Ich stehe allein im Kino und warte.....

     

    ***

    Quelle: http://mindpenetrator.blogspot.de/2013/01/warten-sie-doch-kurz.html

  • #Aufschrei

    Zur aktuellen Debatte über Sexismus kann und will ich mich nicht äußern, denn alles, was ich dazu zu sagen hätte, findet sich in einem wunderbaren Kommentar in der WELT beziehungsweise WELT KOMPAKT wieder:

    Von den Schwulen lernen

    (Tilman Krause)

    Warum können die Deutschen eigentlich nicht spielerisch mit Sexualität umgehen? Sie könnten einiges von den Schwulen lernen – vor allem, dass es völlig okay ist, auch mal Objekt der Begierde zu sein.

    Allein unter Heteros, versteht man ja manchmal die Welt nicht mehr. Hat da also in unserem gelobten Land ein älterer Herr zu einer jungen Dame gesagt, sie könne aber auch ein Dirndl gut ausfüllen. Daraufhin trägt die Frau über ein Jahr lang den Groll darüber stumm mit sich herum, um in dem Moment zum großen Halali auf den Mann zu blasen, als der an die Spitze seiner Partei aufrücken soll. Statt sich zu freuen! Statt charmant und wortgewandt in der Situation selbst zu kontern, falls sie sich aus irgendeinem Grunde nicht so sehr über das Kompliment gefreut haben sollte!

    Eines ist jedenfalls sicher: Wäre Frau Himmelreich ein schwuler Mann, und hätte diesem Rainer Brüderle zur mitternächtlichen Stunde an der bekannt schummrigen Bar des Hotels "Maritim" zu Stuttgart gesagt: "Alle Achtung, Du kannst aber auch gut eine Krachlederne ausfüllen, vorne wie hinten!" – der schwule Mann hätte gejubelt, mindestens aber geschmunzelt. Er hätte natürlich auch sofort den Ball schlagfertig zurückgespielt. Wenn der schwule Mann 29 gewesen wäre, hätte er vielleicht nur gesagt: "Und wie Du, mein Alterchen, eine Badehose ausfüllst, das möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen."

    Hätte er hingegen die doppelte Zahl an Jahren auf dem Buckel gehabt, wäre die Antwort vielleicht entgegenkommender ausgefallen, zum Beispiel so: "Du, ich kann auch noch was ganz anderes ausfüllen als eine Krachlederne!" Schon wäre ein lustiger, frivoler Schlagabtausch zustande gekommen und am Ende jeder friedlich in sein eigenes Bett marschiert.

    Bock auf ein paar lose Worte

    Allein unter Heteros, fragt man sich nämlich angesichts der gegenwärtigen "Sexismusdebatte" nur das eine: Warum können die Deutschen nicht spielerisch mit Sexualität umgehen? Warum würden sie am liebsten auch noch diesen so unglaublich viel Freude spendenden Bezirk mit einem "Code of Conduct" einhegen und Verstöße gegen denselben beleidigt bei der nächsten Dienststelle für political correctness anzeigen? Warum rufen sie schon wieder nach einer abstrakten Reglementierung, anstatt sich lustvoll ins Leben selbst zu stürzen, anarchisch, wie es nun mal ist?
    Wie kommt denn Frau Himmelreich darauf, dass Herr Brüderle es auf einen "sexuellen Übergriff" abgesehen hatte? Vielleicht hatte er einfach nur ganz locker Bock auf ein paar lose Worte? Und selbst wenn Augenlust und überschüssige Hormone im Spiel gewesen sein sollten: Darf er die nicht haben, nur weil er 67 ist und für einen Schönheitswettbewerb nicht die allerbesten Chancen hätte? Wer jetzt vom "sabbernden alten Sack" redet, der sich dergleichen gefälligst nicht "herausnehmen" soll, der kommt mir jedenfalls sehr viel sexistischer vor, als der alte Herr selbst es mit seiner Anzüglichkeit war.

    Denn wer sich da im Brustton der Empörung vor Ekel schüttelt, der gibt ja zu verstehen, dass er einem gut aussehenden, jüngeren Latin Lover mehr Zudringlichkeit einräumen würde, weshalb hier neben dem Sexismus auch noch die Frage der Macht ins Spiel kommt – freilich nicht die der gesellschaftlichen oder politischen Macht, sondern die Macht der Erotik und der menschlichen Schönheit, die ohnehin viel größer sind, als die andere ist.

    Opfer und Täter zugleich

    Nun kann man natürlich einwenden: Auch Amerikaner und Engländer verstehen in dieser Hinsicht keinen Spaß. Irgendwie scheint diese Humorlosigkeit etwas mit dem Protestantismus zu tun zu haben und mit der aus ihm resultierenden Unkultur, der zufolge Erotik sich lange Zeit nur im heimischen Schlafzimmer entfalten durfte, zwischen standesamtlich geprüften Eheleuten.

    Aber die Deutschen setzen noch insofern eins drauf, als sie es wieder einmal schwarz auf weiß festschreiben wollen, dass sie bitte schön nur Subjekt der Begierde zu sein wünschen. Mit der Rolle des Objekts kommen sie nicht klar. Das Tätervolk schlechthin, es verfügt einfach nicht über die Ausdrucksmittel, ein erotisches "Nein" oder "Ich nicht" zu signalisieren. Es kann sich dergleichen nur angewidert und brutal verbitten.

    Damit entgeht ihm viel. Damit begibt es sich nicht nur der hohen Lust und raffinierten Kunst, dem anderen etwas zu versagen und ihn dennoch für sich einzunehmen. Dabei würgt es auch brachial Erfahrungen ab, die es, wer weiß, bereichern könnten. Also, liebe deutsche Heteros: Guckt euch doch mal an, wie's die Schwulen machen. Seid Opfer und Täter zugleich! Das entspannt.

    Dem habe ich absolut nichts hinzuzufügen.

    ***

    Quelle: http://m.welt.de/article.do?id=kultur%252Farticle113236308%252FAllein-unter-lustfeindlichen-Heteros&fb_action_ids=533094023389617&fb_action_types=og.recommends&fb_source=other_multiline&action_object_map=%257B%2522533094023389617%2522%253A473500096044205%257D&action_type_map=%257B%2522533094023389617%2522%253A%2522og.recommends%2522%257D&action_ref_map=%255B%255D

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