szmmctag

  • Krieg

    Manchmal schlafe ich schlecht. Dann wache ich frühmorgens auf, Stunden bevor der Wecker sein unheilvolles Lied anstimmt, und kann nicht mehr richtig einschlafen. In diesem Zustand zwischen Schlaf und Wachheit fließen manchmal merkwürdige Gedanken, halb Traum, halb real. Neulich zum Beispiel dieser:

     

    Dürfen Firmen Kriege führen, oder ist das Staaten vorbehalten? Wer entscheidet überhaupt darüber, wer Krieg führen darf und wer nicht, vor allem: Wozu braucht man Kriege? Aber tun sie es nicht längst, die Firmen, Krieg führen?

     

    Gegen andere Firmen, das nennt man dann Wettbewerb, gegen Staaten, von denen sie sich nicht regulieren lassen wollen, und manchmal sogar gegen die eigenen Mitarbeiter, weil sie "zu teuer" sind. Ihre Soldaten kommen nicht im Kampfanzug und mit Sturmgewehr daher, sondern im dunklen Zweiteiler beziehungsweise Kostüm und mit Laptop und Smartphone. Propaganda nach innen und außen beherrschen sie perfekt. Ihre Granaten sind Aktienpakete, die Patronen sind Daten und alberne Businessphrasen. Die Schlachtfelder sind Konferenzräume, die Schützengräben endlose Telefonkonferenzen. Unternehmensberatungen werden unterschätzt. In Wahrheit untergraben sie Konzerne und streben die Weltherrschaft an, vielleicht wohnen sie unter einem Dach mit Sekten und Internet-Versandhändlern. Die Globalisierung ist der Weltkrieg, nur wird er nicht in einigen absehbaren Jahren enden.

     

    Müsste ich mal drüber bloggen…

     

    Was hiermit geschehen ist.

     

    Apropos Granaten I: Anscheinend hält man es für klug, Flüchtlingsboote zu zerstören (ohne Insassen, immerhin), bevor sie den Weg in das scheinbar gelobte Land antreten können. Nun habe ich mich bislang zu wenig mit diesem Thema beschäftigt und bin von daher wohl einer der letzten, die darüber urteilen sollten. Und doch erscheint es mir in etwa so, als schnitte man das Telefonkabel durch, weil man die schlechte Nachricht nicht hören möchte.

     

    Apropos Granaten II: Die Bundeswehr soll familienfreundlicher, gar "einer der attraktivsten Arbeitgeber" werden. Hierzu führte der Bonner General-Anzeiger am vergangenen Samstag ein Interview mit einem Brigadegeneral, welches Loriot sich nicht schöner hätte ausdenken können. Dazu demnächst mehr, falls ich die Zeit und die Lust dazu finde. Lustig finde ich es auf jeden Fall.

  • Aus der Pipeline: Verbale Hohlraumversiegelung - 12. Fortschreibung

    Sprache entwickelt sich laufend weiter - nicht immer zum Guten, wie die nachfolgende Liste zeigt. Seit der letzten Aktualisierung sind wieder einige neue und nicht ganz so neue Phrasen aus Aufzug, Büro, Besprechungen, Telefonkonferenzen und dem täglichen Wahnsinn in mein leidgeprüftes Ohr gedrungen. Die Neuzugänge finden Sie ab der laufenden Nummer 284.

    ***

    1.) "Okay..." mit anhebender Stimmmodulation auf der zweiten Silbe. Mein absoluter Spitzenreiter.
    1a) "Okodoki" - die kleine, nicht minder schlimme Schwester von 1.)
    2.) "Gesundheit!" Verdammt, lasst mich doch einfach in Ruhe niesen!
    3.) "Geht das zusammen oder getrennt?"
    4.) "nicht wirklich"
    5.) "Wir müssen die Leute mit ins Boot holen"
    6.) "Wir müssen die Leute abholen"
    7.) "Da bin ich ganz bei dir/Ihnen"
    8.) "Da bin ich fine mit" (oder "fein"?)
    9.) "Gerne!" als Antwort auf "Danke"
    10.) „Mahlzeit!" - der Klassiker.
    11.) "Da sind wir gut unterwegs"
    12.) "Da sind wir gut aufgestellt"
    13.) "Kein Thema!"
    14.) „Herausforderung“, auch wenn es ein scheiß Problem ist.
    15.) "Halloo...??" mit Empörung vorgebracht, statt „Wie bitte?“
    16.) "Ich freue mich auf..." im Zusammenhang mit geschäftlichen Terminen/Angelegenheiten/was auch immer. Das glaubt ihr doch selbst nicht!
    17.) „Das ist so was von [beliebiges Adjektiv]“
    18.) "Ich sag mal..."
    19.) "Na Urlauber...?" am ersten Tag nach dem Urlaub. Als wenn es nicht so schon schlimm genug wäre, wieder arbeiten zu müssen!
    20.) "Das geht g a r nicht!" Wirklich nicht.
    21.) "Wie [beliebiges Adjektiv, zumeist jedoch 'geil'] ist d a s denn??"
    22.) "Am Ende des Tages..."
    23.) "Das macht Sinn"
    24.) "Super-GAU", genau so unsinnig wie "das einzigste"
    25.) "Quantensprung". Ich nehme an, 95% derjenigen, die das Wort benutzen, kennen dessen eigentliche Bedeutung nicht.
    26.) "mit Migrationshintergrund" trieft nur so vor politischer Korrektheit.
    27.) "Du, damit habe ich kein Problem." („Aber bleib mir weg damit!“)
    28.) "wünsche ... gehabt zu haben!"
    29.) "Wer mich kennt, weiß, dass ich [blablabla]..." Gerne von Vorständen und ähnlich "wichtigen" Personen genutzt
    30.) "Da müssen wir jetzt Gas geben"
    31.) "Das habe ich auf dem Schirm"
    32.) "spannend" im Zusammenhang mit irgendwelchen halbwichtigen geschäftlichen Angelegenheiten
    33.) "Ich bin im Moment lost"
    34.) "An der Stelle..." als Füllfloskel
    35.) "Und äh..." als Satzeinleitung, vor allem, wenn danach sekundenlang nichts mehr kommt
    36.) "Dafür nicht" als Antwort auf Danke
    37.) "sexy" in geschäftlichen und somit völlig unerotischen Zusammenhängen
    38.) „Wir müssen die Kuh vom Eis holen" (Auch schon gehört: “die Crux vom Eis")
    39.) "Ins offene Messer laufen"
    40.) "Im Tal der Tränen"
    41.) "Da müssen wir Geld in die Hand nehmen"
    42.) "Das Projekt auf die Straße bringen"
    42a) "Die PS auf die Straße bringen"
    43.) "Auf Augenhöhe diskutieren"
    44.) "Erdrutschartiger Sieg“ - Journalistenquatsch, ebenso wie
    45.) "Ein Schluck aus der Pulle“ und
    46.) "Geld in die Kassen spülen“.
    47.) "Lohnenswert" - dieselbe Wortfamilie wie "das einzigste"
    48.) "Yummie" - heißt wohl so viel wie lecker, was bei genauer Betrachtung nicht viel besser ist.
    49.) „Zeitfenster" - bitte geschlossen halten, es zieht.
    50.) "Otto Normalverbraucher“, der Schwager von Max Mustermann.
    51.) "Spaß beiseite“ - wer das sagt, hat wohl auch sonst nicht viel Freude.
    52.) "Da bin ich leidenschaftslos" und
    53.) "Da bin ich schmerzfrei“ - mir tut es verdammt weh.
    54.) "wtf" = "What the fuck". Gerne auf Twitter genutzt, ebenso wie
    55.) "#fail" - ja, mangelhaft!
    56.) "Nennen Sie mal eine Hausnummer.“ Bitte: 19b, Hinterhaus.
    57.) "Das ist mit mir nicht zu machen.“ Politikersülze.
    58.) "Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen."
    59.) "Ich mache mal den Vorsitz" - beliebter Scherz, wenn nur noch ein Platz an der Stirnseite frei ist
    60.) "... bis der Arzt kommt"
    61.) "Da krieg' isch so'n Hals!"
    62.) "Das haben wir ihnen ins Stammbuch geschrieben."
    63.) "Das stimmen wir bilateral ab."
    64.) "eine undurchsichtige Gemengelage"
    65.) "[beliebiges Substantiv] wird bei uns groß geschrieben." Nicht nur bei euch.
    66.) "Roundabout" klingt ungefähr scheiße.
    67.) "Er/sie erfindet sich immer wieder neu.“ Beliebte Feuilletonfloskel.
    68.) "Das meint" - meint "das bedeutet" zu bedeuten, tut es aber nicht.
    69.) "Ich speichere mal aus" - klingt nach mentalem Stuhlgang.
    70.) "Wer hat da den Hut auf?"
    71.) "Ich sehe das mehr durch die [...]-Brille."
    72.) "Das ist kein Showstopper."
    73.) "Da werden Pflöcke gesetzt.“
    74.) "Das werfen wir denen (= andere Abteilung etc.) über den Zaun.“
    75.) "Wir könne hier nicht auf der grünen Wiese planen.“
    76.) "Das ist Brot und Butter" - mir vergeht dabei der Appetit.
    77.) "Wer sind hier die Player?" - geht spielen.
    78.) "Das haben wir im Scope."
    79.) "Lach doch mal!“ - eher zum Heulen.
    80.) "Topic overflow" - was mag es bedeuten? Für Hinweise wäre ich dankbar.
    81.) "Wir müssen die Anforderung aufbohren."
    82.) "Wir müssen hier ja nicht das Rad neu erfinden."
    83.) "Ich schicke Ihnen mal einen Draft."
    84.) "Das absolut wasserdicht sein". - Hauptsache, ihr seid ganz dicht.
    85.) "Da können wir Honig saugen."
    86.) "nullachtfuffzehn"
    87.) "Wenn wir dieses Fass jetzt aufmachen…" - dann Prost Mahlzeit.
    88.) "Das ist kein Hexenwerk“ - was für den Phrasenscheiterhaufen.
    89.) "Umgekehrt wird ein Schuh draus.“ - Sonst ist es ein Huhcs??
    90.) "Haben wir dafür schon das Go?" - Geht mir weg!
    91.) "Da bekommen wir ein Thema."
    92.) "Ich forwarde Ihnen das mal eben."
    93.) "Da sehe ich uns im Lead."
    94.) "Der Prozess wird noch nicht gelebt."
    95.) "Da muss ich mich erst mal aufschlauen."
    96.) "Das ist so 1990 [oder sonstiges beliebiges Jahr]"
    97.) "Wir sind not amused" - in der Tat wenig amüsant
    98.) "Wie ist das gesettet?"
    99.) "Leg dich wieder hin" am Ende eines Telefonats - ein Klassiker
    100.) "Wir brauchen da eine gute Storyline."
    101.) "Ein absolutes No Go!" - geht wirklich nicht.
    102.) "Ein absolutes Must Have!" - also ich muss das nicht haben.
    103.) "Das ist doch eher ein Nice To Have." - s. Nr. 102
    104.) "Wir sollten dazu eine kurze TelKo machen."
    105.) "Wir sind hier doch nicht bei Wünsch dir was!"
    106.) "Kannst du mich dazu kurz briefen / debriefen?"
    107.) "Sind Sie morgen früh im Office?"
    108.) "O-Saft", „A-Saft" - was für A-Löcher.
    109.) "Das ist kein Dealbreaker". Klingt trotzdem zum Kotzen.
    110.) "Darauf haben wir uns committed."
    111.) "Sie können mich jederzeit anrufen." Ebenso verlogen wie
    112.) "Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung."
    113.) "Wir sollten das nicht mit der Gießkanne verteilen."
    114.) "Das ist alles in trockenen Tüchern." Auch gehört: "in grünen Tüchern"
    115.) "Wir können da noch Synergien heben."
    116.) "Wir sollten das zeitnah erledigen."
    117.) "Wir sollten uns nächste Woche noch mal zusammentelefonieren."
    118.) "Wir phonen morgen." Oder "fonen"? Der Duden kennt beides (noch) nicht.
    119.) "Mailen Sie mir einfach einen Zweizeiler."
    120.) "Ich schick Ihnen das mal kommentarlos zu."
    121.) "Da müssen wir wohl eine Sonderlocke drehen."
    122.) "Wir müssen das proaktiv kommunizieren."
    123.) "Nachhaltige Maßnahmen"
    124.) "Wir müssen das frühzeitig eskalieren"
    125.) "Tschö mit Ö" - wie blöd!
    126.) "Ganzheitliche Betrachtung"
    127.) "Sounding Board" - Ja, hat irgendwas mit viel überflüssigem Geräusch zu tun.
    128.) "Das ist nicht in Stein gemeißelt"
    129.) "Haben wir das auf der Agenda?"
    130.) "an" anstelle von "mit", häufig in scheinbar gehobener Gastronomie. Beispiel: "Currywurst an Pommes"
    131.) „Erstellen Sie einen Forecast.“
    132.) "Den Ball zuspielen"
    133.) "Ich mache da noch 'ne QS drüber"
    134.) "Handlungsfelder erkennen"
    135.) "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" - achtsilbiges Wortschaumgebäck für "jetzt" (1 Silbe)
    136.) "zu keiner Zeit" - viersilbiges Wortschaumgebäck für "nie"
    137.) „Der Plan ist auf Kante genäht"
    138.) "exorbitant"
    139.) "Was sind unsere lessons learned?"
    140.) "Pros & Cons"
    141.) "Da ist noch Spielraum / Luft nach oben" - höfliche Umschreibung von "ziemlich scheiße gelaufen"
    142.) "einen Workaround definieren"
    143.) „erst mal die Füße stillhalten"
    144.) "Das System läuft performant."
    145.) "Das wären ein neues Feature"
    146.) "Trouble shooting"
    147.) "Die Timeline ist sportlich."
    148.) "Das müssen wir noch mal festklopfen."
    149.) "Das ist keine Rocket Science."
    150.) "Sonst fällt uns das auf die Füße."
    151.) "Das ist ein ganz normaler Vorgang." - Umschreibung für: "Wir wissen, dass wir Mist gebaut haben, können das aber nicht zugeben."
    152.) "Das ist eine Blaupause.“ Nur im Suff zu ertragen.
    153.) "Nicht, dass daraus ein Flächenbrand entsteht."
    154.) "Da haben wir ein Gap."
    155.) "An welcher Stelle ist das Bottleneck?"
    156.) "Das habe ich schon eingetütet."
    157.) "Das machen wir on the fly".
    158.) "Das habe ich schon angetriggert."
    159.) "Kann man das später umswitchen?"
    160.) "Wir werden das ergebnisoffen diskutieren." - uns von unserer Meinung jedoch nicht abbringen lassen.
    161.) "Lösungsorientierter Ansatz" - ja was denn sonst?
    162.) "Walkthrough"
    163.) "Ich habe heute einen harten Anschlag." - eher einen Knall.
    164.) "Wir wollen kein Fingerpointing betreiben." Doch, genau darum geht es, um nichts anderes!
    165.) "Was macht das mit dir?" - Es kotzt mich an.
    166.) "Wir müssen das von allen Seiten beleuchten."
    167.) "Da müssen wir noch mal gegentreten."
    168.) "Guter Hinweis!" - Kurzform für "Sie sind wohl ein ganz Schlauer, was?"
    169.) "Wir fahren hier auf Sicht." - heißt: Wir haben keine Ahnung, was wir hier tun.
    170.) "Das lief völlig geräuschlos."
    171.) "Können wir das umshiften?"
    172.) "Das haben wir uns auf die Fahne geschrieben."
    173.) "Ich habe das in den Stiel gestoßen." - klingt unzüchtig bis schmerzhaft.
    174.) "Wann ist das Kick-Off?"
    175.) "Das machen wir hands on."
    176.) "Was sind die quick wins?"
    177.) "Das ist so Mainstream"
    178.) "Das ist so old school"
    179.) "Was sind dabei die Painpoints?" - das tut weh.
    180.) "Das Projekt ist ongoing."
    181.) "Wie sind wir da gestafft?"
    182.) "Operation am offenen Herzen"
    183.) "Wir müssen die Kuh zum Fliegen bringen" - eher eine Fehlfloskel, aber witzige Vorstellung
    184.) "Ehrlicherweise" - also war alles Bisherige gelogen?
    185.) "Das ist nicht skalierbar.“
    186.) "No show" - bleibt mir weg damit
    187.) "Townhall Meeting“ - aufgeblähter Begriff für Informationsveranstaltung
    188.) "Welchen Ampelstatus hat das Projekt?"
    189.) "genau" als Füllwort / Satzüberleitung ohne vorangegangene Frage
    190.) "Ich habe das auf dem Radar." - klingt nach geistigem Blindflug
    191.) "... und Co.“ statt "und so weiter"
    192.) "Einen Tod müssen wir sterben“ - aber vorher viel Mist anhören.
    193.) "Das ist 'ne Menge Holz"
    194.) "Da müssen wir ziemlich dicke Bretter bohren" - ja, die vor dem Kopf zuerst.
    195.) "Wir haben den nächsten Meilenstein erreicht"
    196.) "Ich nehme das mal mit."
    197.) "Sie müssen das ganz neu denken!"
    198.) "Schaun mer mal" - in keiner Weise kaiserlich
    199.) "Passt schon“ - ich hatte mehr erwartet.
    200.) "Eine rote Linie ist überschritten"
    201.) "Wie man auf Neudeutsch sagt" - darauf folgt garantiert kein deutsches Wort.
    202.) "Wir groß ist das Delta?"
    203.) "Das quantifizieren wir per Augenintegral"
    204.) "Da haben wir kein Issue."
    205.) "Ich habe morgen noch einen Slot frei."
    206.) "Der Drops ist gelutscht."
    207.) "Das ist work in progress."
    208.) "Können Sie mich morgen kurz anteasern?"
    209.) "Da müssen Sie Ihre volle Leistung abrufen!"
    210.) "Können wir uns da mal synchronisieren?"
    211.) "Haken dran."
    212.) "So viel wie nötig, so wenig wie möglich."
    213.) "Diese Lösung ist convenienter."
    214.) "Das ist hier der Enabler."
    215.) "Alles gut?“ - nein, gar nicht gut.
    216.) "aka", auch bekannt als 'alias'
    217.) "Der Prozess ist etwas sonderlockig."
    218.) "Ist das all over gelevelt?“
    219.) "Wann ist die Deadline?"
    220.) "Unsere Mitarbeiter sind unser Aushängeschild.“ Deshalb stehen sie im Regen.
    221.) "All Hands Meeting"
    222.) "Dieses Internet(z)"
    223.) "Was ist da unser Zeithorizont?"
    224.) "Wie händeln wir das?"
    225.) "Du bekommst da noch Input von mir."
    226.) "Wir müssen das endlich durch die Tür bringen". Macht sie am besten hinter euch zu.
    227.) "Das klären wir im Vorfeld."
    228.) "Gibt es dafür ein Benchmark?"
    229.) "Ich erstelle dazu einen One Pager."
    230.) "Hier die Meeting Minutes zu unserem Gespräch."
    231.) "Verzeihung, Freudsche Fehlleistung."
    232.) "Das ist state of the art."
    233.) "Wir sollten dazu einen Proofe of Concept durchführen."
    234.) "Wir fliegen da voll unter dem Radar."
    235.) "Haben Sie das schon angestoßen?"
    236.) "quasi" - an sich nicht schlimm, doch zunehmend eine echte Epidemie.
    237.) "sozusagen" - siehe Nr. 236
    238.) "Da muss ich jetzt mal zwischengrätschen."
    239.) "Notfalls brauchen wir dafür erstmal eine händische Lösung."
    240.) "Ich bin da ambivalent."
    241.) "Jetzt gehts ans Eingemachte."
    242.) "Wir sollten das schon mal vorschattieren."
    243.) "Was sind unsere findings daraus?“
    244.) „Machen Sie mal einen Aufschlag.“ Da möchte man direkt zuschlagen.
    245.) „Das Argument kaufe ich.“ Bitte sehr, macht einsfünfundneunzig.
    246.) „Shit happens.“ Auch wird viel Scheiß geredet.
    247.) „Rüchtüüüg…“ - richtig blöd.
    248.) „Reichsbedenkenträger können wir nicht gebrauchen.“ Leute, die dieses Wort absondern, noch weniger.
    249.) „Das Thema können wir abbinden.“
    250.) „Stillstand bedeutet Rückschritt.“
    251.) „Never ever!“ möchte ich das hören.
    252.) „Machen Sie da mal ein Preisschild dran.“
    253.) „Last (but) not least“ - ein Klassiker, leider wird es dadurch nicht besser, genau so wie
    254.) „nichtsdestotrotz“ - kotz.
    255.) „in Schlagdistanz“ - oh ja gerne, komm her!
    256.) „Die Lösung ist quick and dirty.“
    257.) „Bitte halten Sie mich im loop.“ Im WAS??
    258.) „fyi“ - ihr seid ja sooo cool.
    259.) „Ich kriege da keinen Anpack dran.“
    260.) „Ich stelle das (an andere Abteilung o.ä.) durch.“ Und ich drehe durch.
    261.) „schlagmichtot“ (statt „was weiß ich“). Wie gerne würde ich!
    262.) „Chapeau!“ Genau so überflüssig wie
    263.) „Da gehen wir d’accord“
    264.) „Ja nee…“ - was nun, ja oder nein?
    265.) „Das ist der Urschleim.“ Ekelig.
    266.) „Die Sache fliegt.“ Siehe auch Nr. 183
    267.) „Das wird kein Kindergeburtstag.“ Eher Kindergarten.
    268.) „Wir brauchen belastbare Zahlen.“
    269.) „Wir nehmen Ihr Anliegen sehr ernst.“ Floskel für „Sie nerven!“
    270.) „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.“
    271.) „Das sehe ich noch nicht.“ Aber wir müssen es leider hören.
    272.) „Fit wie ein Turnschuh“ - Unfug, siehe hier.
    273.) „Auf Wiederschauen.“ Was soll das sein?
    274.) „Das ist immer eine feste Bank.“ - nicht sehr vertrauenserweckend.
    275.) „sprich“ im Sinne von „das heißt“
    276.) „irgendwie“ - der Bruder von „quasi“ (Nr. 236) und „sozusagen“ (Nr. 237)
    277.) „Ich adressiere das.“ Siehe auch Nr. 260.
    278.) „Das würde ich sofort unterschreiben.“
    279.) „Das ist ganz großes Kino.“ Nur der Film ist leider scheiße.
    280.) „Das Thema sehe ich bei Ihnen verortet.“
    281.) „Nach dem Prinzip ‚slide the elephant‘“
    282.) „Geben Sie mir bitte bis Mittwoch ein Feedback.“
    283.) „Das habe ich noch auf dem Zettel.“
    Neu:
    284.) „Ich lade Sie dazu ein…“ …und wagen Sie es besser nicht, dieser Einladung nicht zu folgen!
    285.) „Check!“ - das neue(?) „Okay“
    286.) „Das haben wir in der Pipeline.“ Da kriege ich ein Rohr.
    287.) „Das ist suboptimal gelaufen.“
    288.) „Wir bewegen uns hier auf einem schmalen Grat.“
    289.) „Wir müssen die Leute besser einbinden.“
    290.) „Ich sage das mal off the records.“ - Halt besser einfach die Klappe.
    291.) „Ich bin gerade in einem Call.“
    292.) „Können Sie das bitte mal vercharten?“
    293.) „Das müssen wir noch verschriftlichen.“
    294.) „Sorry, kurze Biopause.“ Ja, verpiss dich.
    295.) „Ich habe das mal gehighlightet.“ Nicht sehr helle.
    296.) „Kannst du das noch mal challengen?“ Eine echte Herausforderung für das Ohr.
    297.) „Happy Call“ - macht nicht sehr fröhlich.
    298.) „Wir gehen davon aus, dass…“ … wir es absolut nicht wissen.
    299.) „In der IT-Welt…“
    300.) „Storyboard“
    301.) „Was sind die next steps?“
    302.) „Die betreiben sherry picking.“
    303.) „Breakout Session“
    304.) „Hallo @all!“

    ***

    Das war es für dieses Mal. Ich gehe davon aus, dass Sie weitere Floskeln in der Pipeline haben, daher lade ich Sie ein, mir diese zum Zwecke der Verschriftlichung mitzuteilen. Vielen Dank.

  • 8. Mai oder warum die 13 keine Unglückszahl ist

    Wer hätte gedacht,
    heute vor achtzehn Jahren,
    Himmelfahrt,
    als du mich ansprachst, versehentlich,
    weil du mich mit jemandem verwechselt hattest,
    blaukartiertes Hemd,
    wir dennoch den ganzen Tag miteinander verbrachten,
    wandernd durchs Lippische,
    du mich abends nach Hause brachtest in deinem alten Citroen AX,
    noch mit hoch kamst
    und über Nacht bliebst,
    und ich am nächsten Morgen, als du fuhrst, dachte:
    Netter Kerl, vielleicht sieht man sich ja mal wieder,
    und du schon am nächsten Abend anriefst,
    fragtest, ob wir uns wieder sehen können,

    wer hätte da gedacht,
    dass wir uns genau fünf Jahre später,
    heute vor dreizehn Jahren,
    im Standesamt zu Bonn das Jawort geben,
    das bis heute hält?
    Abends schlafe ich noch immer in deinen Armen ein
    und wache am Morgen neben dir auf.
    Für immer Dein, das ist mein größter Wunsch!
    Alles andere erscheint dagegen unbedeutend.

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    Kein Kind, kein Hund, und doch:
    Wer hätte gedacht,
    als wir uns das Jawort gaben,
    dass wir mal nicht mehr nur zu zweit sein werden?
    Es ist wie es ist.
    Es ist so phantastisch,
    und ich hoffe, das bleibt noch lange so.

  • Woche 18 in Bildern: Regen und Blüten

    Ja, auch ich hoffe auf einen sonnigen Sommer mit blauem Himmel und Temperaturen deutlich oberhalb der zwanzig Grad im Schatten. Und doch komme ich nicht umhin, auch einem Regentag seinen Reiz zuzugestehen. Es muss ja nicht gleich tagelanger Dauerregen mit Gewitter und Hagel sein. Die nachfolgenden Bilder entstanden in der vergangenen Woche in und um Malaucène, Südfrankreich:

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    Dass auch der rheinische Regen dem in nichts nachsteht, mögen die nächsten Bilder verdeutlichen, die ich heute in Bonn machte:

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    IMG_4425IMG_4426IMG_4427
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  • Leberwursteis

    Es musste ja so weit kommen: Ein Eisdieler im rheinland-pfälzischen Birkenfeld bietet nun Leberwursteis an, weniger zum Zwecke menschlicher Erquickung in sommerlichen Fußgängerzonen, vielmehr als Leckerchen für des Menschen angeblich besten Freund, den Hund, wobei wohl nicht auszuschließen ist, dass auch Berliner Hipster demnächst diese Geschmacksrichtung als die von ihnen bevorzugte für sich entdecken:
    "Bitte drei Kugeln: Cola Zero, Popel und Leberwurst."
    "Im Becher oder Hörnchen?"
    "Egal, Sie können es mir gleich in den Bart schmieren."

    Währenddessen dürfte die neue Geschmackskreation erheblichen Unmut auf Seiten der Veganerfraktion wecken, und empörte Schmähungen werden in den sozialen Netzwerken zu lesen sein. In einer Welt allgegenwärtiger Konzeptprediger, in der ernstgemeinte Forderungen nach einem Verkaufsverbot von Lebkuchen vor November den Weg in die Öffentlichkeit finden, wäre das jedenfalls keine große Überraschung.

    Was kommt als nächstes: SPA für den Spaniel? WhatsApp für Waldi? Dabei sind doch grundlegende Probleme der Hundehaltung bislang ungelöst. Ich bin zum Beispiel dafür, Hundehalter gesetzlich dazu zu verpflichten, in die Kacke ihrer Viecher zu treten, wenn diese sich auf dem Gehweg erleichtert haben. Bei Nichtbeachtung erfolgt der Entzug des Köters und seine Inobhutnahme durch ein örtliches Chinarestaurant.

  • Fundsachen: Von den Blauen Seiten

    Für den Herren, der nicht die Nähe des weiblichen Geschlechts, dafür den Kontakt zu anderen Herren sucht zum Zwecke gemeinsamer Unternehmungen - vom Kaffee- oder Biertrinken bis hin zum spontanen oder längerfristig angelegten Austausch von Zärtlich- und Körperflüssigkeiten -, ist Gayromeo das wohl beliebteste Portal in des Netzes Weiten, auch bekannt als Planetromeo, Blaue Seiten oder schwules Einwohnermeldeamt. Zielführend ist hierbei ein Profil mit a) Bildern, die motivlich von Portraitfotos der Suchenden über Autos, Katzen und Polstergarnituren bis hin zu Geschlechtsteilen in allen erdenklichen Aggregatzuständen reichen, b) technischen Daten des Nutzers wie Alter, Größe*, Gewicht, Vorlieben und c) einem ansprechenden Text, welcher des Lesers (Neu)gier und Verlangen nach mehr zu erwecken vermag. Letzteres hat der Gayromeo-Nutzer C in höchster Perfektion umzusetzen verstanden, lesen Sie selbst:

    Hey Bro!
    Wenn du fett, alt, oder eine Pussy bist kasst du dich gleich wieder verpissen.
    Harte und versaute Typen sollen sich melden!
    Ich steh auf goilen versauten Sex und bin ziemlich tabulos.
    Lasse mir gerne eure Sahne reinschießen und wenn du mir goil genug bist knalle ich auch deine Löcher durch!

    Auch die Zeilen von Nutzer V. laden zur Kontaktaufnahme geradezu ein:

    Hey cool das du bis nach unten zu meinem Profil-text gekommen bist ;-)!!!
    Oft passiert das ja ned so wie ich meine.
    Mal zu mir,also ich hab dieses profil von mir jetzt schon was länger beim schwulem Einwohnermelde-amt g*,
    wie man auch an meiner Freundesliste und Bekanntenstatus sehen kann.Finde das is in letzter Zeit auch wichtig geworden, weil hier immer mehr Faker blöd rum labern,sich mit irgendwelchen fremd-geklauten pix oder netpics schmücken,sich irgendwas versprechen oder auch sich viele mails erhoffen.Naja blöd wie ich und die meisten anderen wahrscheinlich sich hier denken!Sich unterhalten und chatten kann man auch so, und wer wircklich auf ein Treffen aus ist naja dem bringt dann das dollste und geilste Netpic nichts lol***
    Also nun ma zu meiner Person,ich bin ausder gegend von Bonn aber auch oft bei Freunden und mit ihnen in Köln unterwegs..Ich selber bin ein Typ der sich nicht schwul verhält oder so aussieht,sondern ein ganz normaler halt.Da ja jeder irgendwie was hat auf was er steht z.b. sneakers oder sowas(find ich übrigensnicht toll oder anmachend! eher naja ,STEHE NICHT AUF SCHUHE ODER DER GLEICHEN)stehe ich halt auf blonde muskulöse Typen die halt auch Hetero rüber kommen,und wenn dieser auch noch blaue Augen hat na dann könnte das sogar mein Traummann sein;-) Aber das ist kein muss, weiljeder hat ja so sein Traum Typ :-) Es muss einfach klick machen ...
    Schreib doch einfach wenn du meinst es zu müssen oder zu wollen ,entweder ich schreibe zurück oder es kommt diese schöne nette NEIN DANKE message die man dann auch aktzeptieren sollte...
    und wenn ich ma ned direckt zurück schreibe,wird dies sicherlich auch einen grund haben da wir ja auch im zeitalter Leben, wo fast jeder heute zuhause einen DSL-anschluss besitzt!!!
    also haut rein und bis denne leutz...
    so denke das reicht dann auch erstmal;-)

    Ja, lieber V., vielen Dank. Das reicht.

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    * des Nutzers oder bestimmter Teile davon

  • Sonntägliche Alternative zum Kirschblüten- und Marathon-Kucken

    Heute hielten mich weder die altstädtische Kirschblüte noch der Bonner Marathon davon ab, eine Radtour an die Sieg zu machen. Zunächst fuhr ich siegaufwärts durch die unfassbar schöne Auenlandschaft bis kurz hinter die imposante Brücke der L 143 bei Menden, dann wieder rechtssiegisch (sagt man das so?) zurück bis zur Siegmündung, für mich immer wieder ein wahrlich magischer Ort. Hier ein paar fotografische Eindrücke des Ausflugs.

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    Übrigens: Wer in diesen Tagen Kirschblüten ohne Touristen fotografieren möchte, dem sei die Professor-Neu-Straße in Beuel empfohlen:

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  • Pressetristesse

    Liebe Zeitungsschreiber,

    ich benutze euer Medium wirklich gerne, auch wenn manche behaupten, es sei nicht mehr zeitgemäß, da man sich über das Internet ja viel aktueller und schneller informieren kann. Sollen sie. Ich bevorzuge die gute alte Tages- und Wochenzeitung, gerne auch gedruckt auf richtigem Papier. Doch eins, liebe Schreiberlinge, stört mich sehr und ich frage mich, warum man euch das auf der Journalistenschule nicht ausgetrieben hat: eure sich ständig wiederholenden, lange abgenutzten Floskeln. Könntet ihr euch die endlich abgewöhnen, läse ich euch noch viel lieber. Hier einige Beispiele eurer Phantasielosigkeit:

    1) Glatteis sorgt für Chaos
    2) Vierbeiner
    3) Alpenrepublik
    4) Dickhäuter
    5) Gewerkschaften fordern einen Schluck aus der Pulle
    6) Steuereinnahmen sprudeln
    7)… oder spülen Geld in die Staatskasse
    8) die Notenpresse anwerfen
    9) Ärger ist programmiert (immerhin nicht mehr das unsägliche "vorprogrammiert")
    10) Nichts wird mehr sein wie es war
    11) Medienmogul
    12) Modezar
    13) Ski und Rodel gut
    14) Bäume knicken um wie Streichhölzer
    15) Der umstrittene Bischof von Limburg
    16) Spirale der Gewalt
    17) X bricht sein Schweigen
    18) Y startet durch
    19) Horror-(Sturm, Unfall…)
    20) Der Konflikt weitet sich zu einem Flächenbrand aus
    21) Er starb im Kugelhagel
    22) Prozesslawine
    23) Erdrutschartiger Sieg (ein besonders schiefes Bild!)
    24) Die Schere geht immer weiter auf
    25) Der Mann will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen
    26) Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer (was ist das?)
    27) Eine Katastrophe biblischen Ausmaßes
    28) Kostenexplosion
    29) Blutbad

    Auch diese Liste wird laufend fortgeschrieben, weitere Vorschläge sind daher herzlich willkommen.

  • Zum Karfreitag

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    Worüber die Evangelisten schwiegen

  • Niklas - und der Rhein fließt aufwärts

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    Seit ges­tern Abend fegt Tief Niklas über Deutsch­land hin­weg und machte auch um das Rhein­land und Bonn kei­nen Bogen. Aus meinem Büro im 27. Stock sah das heute so aus:

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    Gegen halb 12 schien die Sonne, aber Gischt­krön­chen auf dem Rhein las­sen den star­ken Wind erahnen.

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    Um 14:25 Uhr umtost Regen den Turm…

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    … doch schon eine Minute spä­ter reißt der Him­mel auf und malt die­sen schö­nen Regen­bo­gen unter mein Büro.

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    Kurz nach 15 Uhr ist der Him­mel blau, den­noch bläst der Wind hef­tig und lässt den Turm knar­zen wie ein altes Schiff.

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    Kurz nach 16:30 Uhr zieht es sich wie­der zu.

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    Knapp eine Stunde spä­ter rei­ßen die Wol­ken wie­der auf, dafür erscheint der Rhein grün. Außerdem fließt er aufwärts, sehen Sie selbst.

    (Auch veröffentlicht bei Bundesstadt.com)

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